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Künstler

DIE EUROPÄISCHEN WEGE DER KÄRNTNER MODERNE        


Es ist charakteristisch für die Kunst des 20. Jahrhunderts, daß sie von grenzüberschreitenden Einflüssen getragen wird. Auf den ersten Blick fällt diese Dimension in den einzelnen Künstlerbiographien, da man sie bereits als etwas Selbstverständliches verinnerlicht hat, wenig auf.  Meist geschehen diese Einflüsse ohnehin im Laufe der künstlerischen Ausbildung, über Stipendien, Bekanntschaften oder Anregungen, die man beim Studium oder auf den Reisen als alltägliche Lebenserfahrungen macht. Je dichter das Netz der Beziehungen und verschiedenster Querverweise wird, desto weniger fällt es auf. Wenn wir uns allerdings die Frage stellen, die in der letzten Zeit immer häufiger gestellt wird, was ist Europa, was ist unsere gemeinsame Kultur, dann wird unsere Aufmerksamkeit stärker auf diese „Selbstverständlichkeiten“ gelenkt und wir beginnen sie bewußter zu erleben.
Daß die Kärntner Kunst des 20. Jahrhunderts in einem starkem Ausmaß europäisch geprägt ist, gilt schon längst als bekannte Tatsache, was sich eher verklärend auswirkt. Im Detail ist dieses Geflecht an Beziehungen nämlich bei Weitem noch nicht ausreichend erforscht und erst recht nicht die Bedeutung dieser Einflüsse auf unsere heutige kulturelle Identität. Schritt für Schritt müssen wir uns dieser Aufgabe stellen und es ist mehr als gewiß, daß uns auf diesem Weg noch viele neue Erfahrungen erwarten.